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lukaszerbst

IRRMITATION

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Einzelausstellung
06. – 20. Mai 2017
Köln, DE

 

Im Rahmen des Sommerblut! Festival 2017 lud mich die tanzfaktur nach Köln ein, dort eine Einzelausstellung mit meinen Arbeiten zu zeigen. Es wurden vier alte Arbeiten, teilweise für den neuen Kontext adaptiert.

Zum Zeitpunkt der Ausstellung war die tanzfaktur ein Ort des Werdens: Nach lang andauernden Umbauten zeigte sie sich in neuer Größe und von schöner industrie-ästhetischer Seite: Frisch gestrichener Rigips-Trockenbau auf dem Gesprungenem Betonboden der ehemaligen Lagerhalle, Farbmarkierungen auf dem Boden, puristisches Paletten-Interieur, provisorische Bar, improvisierte Sitzmöglichkeiten.

 

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Aus den überschüssigen Materialien der Baumaßnehmen, konstruierte ich einen zusätzlichen Raum und umrahmte damit eine der dort an der Decke angebrachten Neonlampen. Diese wurde Teil der Adaption meiner Arbeit „Mimikry“: Die Lampe leuchtete scheinbar beliebig auf, wurde von frontal unten abgefilmt und in gleicher Größe auf den Boden projiziert.

 

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Auf der großen Bühne installierte ich „Chairway to Heaven“: Sieben Stühle die nebeneinander standen und als Sequenz eine halbe Umdrehung des Stuhls darstellten wurden in kurzen Intervallen nacheinander angeleuchtet und erzeugten so die Bewegung eines Stuhls durch den Raum. Der Raum war mit 60 Plätzen bestuhlt, von denen ich sieben für die Installation entfernte und auf der Bühne platzierte.

 
Des weiteren zeigte ich „Verschleißerscheinung“ und meine 2-Kanal-Videoinstallation „Laufen lassen“ mit Meret Mundwiler in der Hauptrolle.
 

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Dieses unter dem Namen „Irrmitation“ gezeigte Projekt wurde kuratiert und initiiert von Kai Kullen und Adrián Castello, denen ich herzlich für die Einladung danke. „Irrmitation“ beinhaltete außerdem eine Performance von Adrian Castello, die am 14. Mai 2017 uraufgeführt wurde.

Ich danke außerdem Slava Gepner, Lukas Medzech, Karl Werner Maria Meyer und ganz besonders meinem Bruder Thomas Zerbst, der mir eine erhebliche Hilfe beim Aufbau war.

 

 

 

 

 

Schrödingers Meißel

By | Frei | No Comments

Installation, 2016
Stemmhammer, Podest
 

Ein BOSCH Stemmhammer, der in der Oberfläche eines weißen Podestes steckt. Spuren und Segmente zeugen von einem gewaltsamen Akt des Eindringens. In scheinbar beliebigen Abständen setzt das Werkzeug sein Hämmern innerhalb des Sockels fort. Im unteren Bereich ist eine Steckdose angebracht, in die der Stemmhammer eingesteckt ist.
 
Macht man das Podest allgemein hin als Präsentationsform von Kunst geltend, so kommt SCHRÖDINGERS MEIßEL diesem Anspruch nur folgewidrig nach. Mit martialischer Beständigkeit bohrt sich der Stemmhammer in eben das Objekt, dass ihn zur Kunst erhebt. Mehr noch, der Akt als solcher gilt hier als das künstlerische Werk, dass sich ununterbrochen selbst zerstört.  
Hier referiert der Titel an Versuche von Erwin Schrödinger, der mit seinem berühmten Gedankenexperiment Mechanismen der Quantenphysik versucht hat in die Geltungsbereich klassischer physikalischer Gesetze zu übertragen. Der Stemmhammer in Superposition.

 

MISUNDERSTANDINGS

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Einzelausstellung
10. – 16. Januar 2017
Hanoi, VN

 

‚Misunderstandings‘ war eine Ausstellung die sich zum Thema machte kritisch darüber zu reflektieren, inwiefern ein kulturschaffender Mensch in der Lage ist dem Anspruch an Relevanz seiner Beiträge innerhalb einer fremden Kultur nachzukommen. Lukas Zerbst machte damit seine damalige Situation zum Thema und veräußerte dies in vier Arbeiten.


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Neben der vor allem auf Klangebene opulentesten Installation „Ghostriders“ waren der Film „Sprechblase“, der Video-Loop „Towards new Adventures“, sowie eine Dokumentation seiner raumspezifischen Installation „Selfie“ zu sehen.
 
Mit dieser Ausstellung beendete Lukas im Januar 2017 seinen Aufenthalt in Vietnam, nachdem er dort fünf Monate lebte und arbeitete.
Großer Dank gilt an dieser Stelle Claire Driscoll und Dorian Gibb für ihre Räumlichkeiten, sowie Fabiola Büchele für die gute Zusammenarbeit und viele schöne Gespräche. Außerdem sei ganz besonders Bui Kim Dinh für ihre herausragende Unterstützung gedankt.

 

 

 

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Ghostriders

By | Frei | No Comments

Installation, 2017
Zwei entkleidete Mopeds
 

Zwei Mopeds deren Karosserien und einige Einzelteile entfernt worden sind stehen sich gegenüber. Ein in die Mopeds eingebauter Mikroprozessor kontrolliert die Zündungen und Hupen der Fahrzeuge, wodurch sie unregelmäßigen Abständen und für eine scheinbar beliebige Dauer, Geräusche von sich geben.  
Auf der Geräuschebene erzeugt sich eine Unterhaltung zwischen beiden Mopeds. Die Hupe, eigentümlicher Weise ein Warnsignal, wird hier als Sprache etabliert. Das Geräusch der Zündung suggeriert eine Bewegung die sich im visuellen Ausdruck der Objekte widerspiegelt. Dennoch bleiben beide Mopeds in ihrer skulpturalen Anordnung bestehen. Einige auf dem Boden liegende Schrauben, die durch den Einsturz des Vorderrads eines der beiden Mopeds abgefallen scheinen, suggeriert den langsamen Zerfall der beiden Fahrzeuge. Eine langsame und unweigerliche Bewegung, während einer hitzigen und lauten Diskussion.

 

Selfie

By | Frei | No Comments

Installation, 2016
Deckenventilatoren, Staffeleien, Zeichenpapier, Aktmodell
 

Raum-Installation in einer Zeichen-Werkstatt der Vietnam University of Fine Arts in Hanoi, eine Neu-Inszenierung des dort viel praktizierten Zeichnens nach Akt.

 

Vier der insgesamt neun Deckenventilatoren sind mit Hilfe von Metallstangen auf eine Höhe von 1,50m – 1,80m Bodenabstand versetzt. Vor jeder dieser modifizierten Maschinen steht eine große Staffelei, die mit einem Blatt Zeichenpapier versehen ist. Die Rotorblätter berühren das Papier leicht, zeichnen dabei waagerechte Linien oder schlagen gelegentlich darauf ein – Vier Ventilatoren zeichnen einen Akt.

 

Die sture Bewegungskompetenz erlaubt den Maschinen lediglich Striche auf das Papier zu bringen. Der mechanischen Bewegung steht die lebhafte Geräuschkulisse gegenüber, in der sich Rhythmen begegnen und verlieren.
 
Dem Raum und dessen Elementen wird das Potential zugeschrieben eine Abbildung des Künstlers erstellen zu können. Die Installation als solche und der Versuch machen sich wiederum bereits als Abbildung des Künstlers geltend.

 

Verschleißerscheinung

By | Frei | No Comments

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Raumspezifische Installation, 2016
Stemmhammer
 

Ein Stemmhammer lehnt an einer Wand der Galerie. Dessen Meißel steckt in einem Riss im Boden, der sich von der diesseitigen zur gegenüberliegenden Wand zieht. In unregelmäßigen Abständen und mit scheinbar beliebiger Intensität hämmert das Werkzeug in den Boden.

 

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Der Riss, mit seinen umliegenden unregelmäßigen Erhebungen, erinnert in seinem Anblick an eine offene Wunde, die sich durch den Beton zieht.

Aufgrund seiner Masse und seines undurchdringlichen Verhaltens macht sich der Stemmhammer gegenüber dem Riss autoritär. Er suggeriert die Möglichkeit ihn zu vergrößern, den Boden zu Spalten und einen Durchschlag zu erzeugen.
Dieser Vorschlag vermittelt eine spekulative Raumwahrnehmung, zwischen dem augenscheinlich Vorhandenem und physikalisch Möglichem.

 

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Die Berechnungen von Nora Olearius, die auf der nebenliegenden Eckwand zu lesen sind, ergeben die Lebensdauer des Meißels bei durchgängiger Benutzung (23,28 Jahre).

 

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Perzerbst

By | Frei | No Comments

Bewegungs-Performance mit Live-Kamera
2016
 

Hinter einer Wand wird ein Duett zwischen Tänzerin und Kameramann dargeboten. Das Live-Bild der Kamera wird auf einem Display vor der Wand gezeigt.

 

Das Publikum erhält zum einen die Möglichkeit den Tanz über Distanz zu erleben, die sich durch die Live-Übertragung ergibt. Gelegentlich zeigt sich die Tänzerin aber vor der Wand und lässt eine unmittelbare Wahrnehmung ihrer zu.

Die Summe der Bewegungen beider Akteure ergeben das Sichtbare der Darbietung in der Live-Übertragung. Auch in ihrem Tanze lassen sich beide Akteure zum einen auf nahe, erotische Berührungsmomente ein, in denen die Kamera beispielsweise fast mikroskopische Fahrten über die Haut der Tänzerin zeigt, dann wieder gehen beide selbst auf Distanz und geraten in einen Kampf.

 

Der Name Perzerbst, leitet sich von dem Wort Perzept ab.

 
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Mimikry

By | Frei | No Comments

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Raumspezifische Installation, 2016
1 Jalousie, Videoprojektion
 

Ein Zufallsalgorithmus manipuliert die Bewegung einer elektrischen Jalousie. Weitesgehend beliebig werden die Fahrtrichtung, die Dauer der Fahrt und die Intervalle zwischen den Fahrten gesteuert.

Auf der gegenüber liegenden weißen Wand wird ein Video projiziert, dass diese Jalousie frontal gefilmt zeigt. Der Rollo in diesem 15-minütigen Loop begegnet seinem realen Selbst, dass immerfort neue Bewegungsformen generiert und somit einen endlosen Dialog entstehen lässt.

 

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„Mimikry“ gewann den 1. Platz des Hochschulpreises der Freien Kunst 2016. Zur Jury gehörten Janneke de Vries (GAK Bremen), Eva Fischer-Hausdorf (Kunsthalle Bremen) und Dr. Annett Reckert (Städtische Galerie Delmenhorst, Haus Coburg). Die Laudatio der Jury lautete wie folgt:

 

„Besonders hat die Jury seine Arbeit „Mimikry“ überzeugt, in der dem Betrachter eine überraschende Neuinszenierung des Raumes geboten wird. Der Blick wird von der klassischen Betrachtungsebene nach oben gelenkt, dort scheint sich dem Titel der Arbeit entsprechend das Fenster im Film dem realen Fenster anzupassen. Das Auf und Ab des Rollos findet eine Antwort im Film. Zusammen mit der Tonebene erzielt Zerbst eine überzeugende, irritierende Wirkung. In der Verdopplung des Realen reflektiert er das Verhältnis von Innen und Außen, sowie Ideen von Wirklichkeit, Abbildung und Täuschung. Kunst wird zur Sehfalle.“

 

Laufen lassen

By | Frei | No Comments

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2-Kanal-Videoinstallation, 2016
Loop, 2 Min 58 Sek
 

Zwei mit dem Rücken aneinander stehende Monitore auf Podesten, die abwechselnd Ausschnitte einer fortlaufenden Videosequenz zeigen.

 

Darin zu sehen ist eine Frau in einer geschlossenen Brücke zwischen zwei Industriegebäuden. Sie bewegt sich zwischen den Fensterfronten und versucht einerseits sich nach Außen bemerkbar zu machen, andererseits die Fenster zu öffnen.
Emphatisch folgt die Handkamera ihren Bemühungen – Es vermittelt sich eine psychologische Betrachtungsweise. Im Vordergrund steht das Nachvollziehen ihres Tuns und die Auseinandersetzung mit diesem.

 
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Dem Titel entsprechend zwingt die Präsentationsform die Betrachter dazu sich von einem Monitor zum anderen zu bewegen.

 

Gefilmt wurde „Laufen lassen“ mit der Schauspielerin Meret Mundwiler (Theater Bremen) in den alten Tabakswerken Brinkmann (Bremen-Woltmershausen).