Ein Mann (Michael Pundt) ist an eine Bank gefesselt, als die Kamera in seine Welt eindringt. Während sich beide näher kommen taucht eine dritte Person auf (Tim Gerhards) und versucht dem Mann seine einzige Habseligkeit zu rauben: Eine graue Metallbox.

In »Camera Ignota« nimmt die Präsenz der Kamera eine substantielle Rolle ein. Der Film erzählt von der autonomen Identität eines Mannes, die durch zwei Fremdkörper infiltriert wird. Beide stehen jedoch in direkter Verbindung zu dem Mann, denn dieser erscheint im Film schließlich erst dank seiner Abbildung durch die Kamera.

Die beiden Figuren stellen metaphorisch ein Bewusstseinsspektrum des Protagonisten dar: Die sinnliche Erkenntnis wird hier ausgespielt gegen eine physische Reaktion. Das Sich-selbst-erkennen als Ekstase, als Euphorie steht einer psychosomatischen Erfahrung gegenüber.

Entstanden während einer mehrstündigen Improvisation zwischen den drei Mitspielern, in der alle Szenen in Eigendynamik durch das Zusammenspiel entstanden sind. Der Schnitt greift in die Kausalität der Zusammenhänge ein und unterstreicht das psychologische Innenleben des verwirrten und überforderten Protagonisten.

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