Eine Filmsequenz wird stückweise auf zwei großen Röhrenmonitoren gezeigt. In dem Film ist eine Frau scheinbar in einem schmalen Raum zwischen zwei Glasfronten eingesperrt. Sie versucht sich gegenüber der Außenwelt bemerkbar zu machen indem sie gegen die Fensterscheibe klopft und von einem zum anderen Fenster läuft. In der Präsentationsweise ist die Frau tatsächlich hinter dem dicken Glas der Monitore eingeschlossen.

Die BetrachterInnen folgen dem Bild von einer Seite zur Anderen und bewegen sich dabei um die Installation wie um ein Heiligtum. Jedes Mal, wenn der Bildschirm vor den Augen der Betrachter schwarz wird, sehen sie ihr Spiegelbild auf der stark reflektierenden Glasoberfläche der Monitore – Währenddessen läuft der Film auf der anderen Seite bereits weiter.

»Laufen lassen« arbeitet mit dem unmittelbaren Berührungspunkt zwischen Betrachter und Medium. Debattiert wird die übliche Identifikation mit einer Protagonistin/einem Protagonisten im Film und konterkariert mit der Mühe die hier aufgebracht werden muss, um den Film vollständig zu betrachten. Der Versuch einer Begegnung durch unser unbedingtes Verlangen niemals etwas zu verpassen.

Im letzten kurzen Augenblick treffen sich die Blicke der Protagonistin und des Betrachters, bevor der Bildschirm schwarz wird. Es bleibt bei dem scheiternden Annäherungsversuch.

Die Filmsequenz wurde mit der Schauspielerin Meret Mundwiler gefilmt.

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