»Off Spaces« war ein von Nguyễn Quọc Thành, Bùi Kim Dĩnh und Lukas Zerbst initiiertes Open Studio, dass als Teil einer Reihe Antipoden in transkulturellen Beziehungen ausloten will – durch Kunst. Durch die gemeinsame Arbeit negiert sich die kulturelle Trennung gleichzeitig selbst.

In den zwei Wochen, in denen das Open Studio geöffnet war, konnten BesucherInnen die Künstler und die Kuratorin im Kunstraum treffen, ihre Arbeit miterleben und ins Gespräch geraten. Neben der Eröffnungsveranstaltung wurde ein Künstlergespräch angeboten, dass auf viel Interesse und Diskussionsfreude stieß.

Kuratorinnentext von Bùi Kim Dĩnh:

»Durch ihr Interesse in verlassene und verbotene Orte entwickelten Thành und Zerbst das Bedürfnis das Nhà Sàn Collective als besonderen randständigen Kunstort und dessen Umgebung zu verstehen. Aus dieser Idee heraus wurde „OFF SPACES“ als visuelle Form von Zerbsts Kunstwerken und Thànhs Forschungsmaterial realisiert.

Als ein von Künstlern betriebener Kunstraum, ohne eine verantwortliche Person, inspirierte das Nhà Sàn Collective Zerbst zu seiner Arbeit mit dem Titel „Offspace“ – Eine ortsspezifische Installation mitten im Ausstellungsraum. Durch die Verlängerung des Metallgerüsts der Unterdeckenkonstruktion kreierte Zerbst eine Skulptur durch Redefinition von Form und Gestalt der Galerie. Das Deckengerüst machte den Eindruck zum Boden gezogen worden zu sein, sodass die versteckte Seite der Decke entblößt wurde. Konfrontiert mit der Position als Insider und Outsider, sah Zerbst das Nhà Sàn Collective aus verschiedenen Perspektiven: Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Untergrund-Aktivitäten lokaler KünstlerInnen, reflektierte Zerbst den Ort sowohl aus dessen Inneren, wie durch seinen Blick von Außen.

„SCULPTING AN EYE“ ist eine Video-Installation bestehend aus einem Hammer, einem Loch und einer Projektion: Der Ausstellungsraum wurde von Außen gefilmt und dieses Video im Inneren gezeigt.

Eine doppelte Realität zeigte sich zur selben Zeit und am gleichen Ort und verhandelte des Raumes Existenz aus verschiedenen Blickwinkeln. Der unsichtbare Blick wurde exponiert und erlaubte verschiedene Ebenen der Interpretation, wie das Beobachten und das Beobachtet-Sein. Oder als zum einen aktives, zum anderen als passives Objekt.

In der Kombination von Ton und Bild der Aufnahme von des Künstlers Aktion des Loch-Schlagens in die Wand des Kunstraums, konnte die Linse einer Kamera erkannt werden, als Synonym für ein Auge, dass das Innere, wie das Äußere des Raumes betrachtet. Eine Videoüberwachung oder Selbstzensur von Kunst und Kultur in Vietnam kann in dieser besonderen Situation evoziert werden.«

Weitere Projekte in diese Richtung sind für die Zukunft geplant.

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