Ein aus Holzlatten bestehendes Deckenelement des Ausstellungsraumes wurde nachgebaut und ca. 25cm unterhalb der originalen Decke installiert. Innerhalb dieses 7,5m x 3,5m großen Feldes bewegen Servomotoren Holzlatten durch Zufallsalgorithmen auf und ab.

Die tanzenden Latten erinnern an die Bewegung von schwarzen Tasten beim Klavierspiel. Eine Analogie dazu findet sich in dem Ort der Ausstellung: Der Fachbereich Musik der HfK Bremen, in der beinahe an jeder Wand eine Probe im Nebenraum belauscht werden kann.

In »Piano Solo« wird die räumliche Trennung zwischen den Räumen selbst zum musikalischen Instrument. Nicht das Spiel ist hörbar, sondern das schmerzhafte Krächzen der Servomotoren, in ihrer herausfordernden Arbeit der Decke ihre Bewegung zu verleihen.

Die optisch nahezu identische Decke wird Teil des Raums. Umso stärker wirkt der Eindruck ihrer Durchlässigkeit, ob ihrer Natur als massiver Raumtrenner.

»Piano Solo« spricht von einem Unsichtbaren, dass außerhalb des Raumes liegt, während es sich selbst als Unterschied bemerkbar macht. Eine Übertreibung das durch Wände dringenden Schalls, der aber durch die Veräußerung dieser Übertreibung längst verstummte.

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