Eine Fensterfront wird mit Gipsplatten verschlossen, um den Präsentationsraum abzudunkeln und dadurch die Möglichkeit zu schaffen, darin eine Videoprojektion zeigen zu können. Anschließend wird diese verschlossene Fensterfront von Außen gefilmt, während darin mit Hammer und Meißel ein Loch geöffnet wird. Dieses Video wird dann im Innenraum auf die dem Loch gegenüberliegende Wand projiziert. Hammer, Meißel und bei dem Vorgang entstandene Segmente bleiben unter dem Loch liegen.

Sculpting an Eye stellt ein Spannungsverhältnis her: Zum Einen zwischen der Herstellung der Möglichkeit die Projektion zu zeigen und der teilweisen Vernichtung dieser, die jedoch dem projizierten Video das Sujet liefert. Zum Anderen im scheiternden Versuch des Raumes Äußeres durch das Loch zu überprüfen. Zwar wird das reale Loch in der Projektion wiedererkannt, doch scheint der Bereich fremd, der in der Projektion um das Loch liegt, da er außerhalb des im Raume ersichtlichen Bereiches liegt.

Diese Inszenierung erinnert an die Funktionsweise einer Camera Obscura: Das ins Innere des Raumes projizierte Bild ist jedoch nicht das Außen, sondern die Oberfläche des „Auges“ selbst. Den BetrachterInnen ist es unmöglich durch das Loch das Äußere des Gebäudes zu sehen, in dem sie sich befinden. Ihr Sehvermögen richtet den Blick bei jedem Versuch unweigerlich am eigentlichen Objekt von Interesse vorbei.

Auch drängt sich die Frage auf: Von wo aus wurde das Video gedreht? Sie stellt die ZuschauerInnen in die Transposition Beobachtende und Beobachtete zu sein, BesucherIn eines vorgefundenen Tatorts oder der eigenen MittäterInnenschaft, im Inneren und Äußeren des Raumes. Das Skulpturieren eines Auges, dass eigentlich auf sich Selbst gerichtet ist.

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