Raum-Installation in einer Zeichen-Werkstatt der Vietnam University of Fine Arts in Hanoi. Eine Neu-Inszenierung des dort viel praktizierten Zeichnens nach Akt.

Vier der insgesamt neun Deckenventilatoren sind mit Hilfe von Metallstangen auf eine Höhe von 1,50m – 1,80m Bodenabstand versetzt. Die Rotorblätter berühren auf Staffeleien angebrachtes Papier leicht, zeichnen dabei waagerechte Linien oder schlagen darauf ein. Ausgerichtet sind die vier Staffeleien auf das Aktmodell, den Künstler selbst.

Einem traditionellen Selbstportrait entsprechend fertigt Lukas, seinem individuellen Stil folgend, eine Abbildung seiner selbst an. Da sich der klassische Umgang mit diesem Format nicht ohne Weiteres in das Format Raumspezifische Installation übertragen lässt, nutzt er die Umgebung einer Akt-Zeichenwerkstatt um sich als Modell zu inszenieren. Als skulpturales Objekt steht er passiv im Raum, während diesen das Potential zugeschrieben wird, ihn auf Papier abzubilden. Die Installation und der scheiternde Versuch machen sich auf ironische Weise als Selbstportrait geltend. Entsprechend der Titel als moderne Bezeichnung dessen.

Gleichzeitig thematisiert er damit die allgemeine Zensur von Nacktheit in der Kunst in Vietnam, die jedoch an der Kunsthochschule strenge Routine ist.

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