Foto: Rüdiger Lubricht

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Eine zum Interieur des Ausstellungsraumes gehörende Spindeltreppe neigt sich durch ein erweitertes Mittelrohr in den Raum hinein. Aus der Wand ragen Stahlprofile, die einst das Podest trugen, an dem die Treppe endete und über welches Zugang zu einer im oberen Raumbereich liegenden Öffnung ermöglicht wurde. Dieses Podest ragt nun weit in den Raum hinein und lehnt an einer Säule.

Die “Wendetreppe” macht aus einem unsichtbaren Nutzgegenstand eine sich über die Besucher\*innen emporhebende Skulptur. Die Entkopplung von ihrem Zwecke lässt die Treppe in den Raum hineinwachsen; Es entsteht eine quer durch den Ausstellungsort schneidende Helix. Wie Rotorblätter bewegen sich die Treppenstufen propellerartig im Sinkflug in Richtung Raummitte. Die in der Sequenz der Treppenstufen angedeutete “Flugbahn“ könnte ebenso unkontrollierter Absturz wie bewusstes Angriffsmanöver gegen das Museum sein.

Ebenso könnte die Treppe aber auch unter der Last des von der Wand gelösten Podestes zu Boden gedrückt werden.

Die Wendetreppe ist auch das Narrativ eines Museumsbestandteiles, dass entfliehen möchte, doch unweigerlich immer Bestandteil bleibt. Ein Ouroboros aus den Elementen des Museumsinterieurs. Das Museum das sich selbst genügsam ist, doch mit dem Ausdruck dessen einen Nutzgegenstand verliert.

Foto: Rüdiger Lubricht

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