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Lukas Zerbst ist in Polen geboren, wurde von seinen Eltern nach Deutschland ausgewandert, lebt heute nirgendwo und arbeitet überall; Er überwindet Grenzen durch sein Engagement in transkulturellen Projekten mit Vietnam, Litauen oder Florida.

In seinen raumspezifischen Installationen nutzt er vorgefundenes Material, interveniert im Raum, erweitert ihn mit mechanischen oder elektronischen Komponenten und Video. Mehr lesen…

Das Interesse an der unmittelbaren Begegnung zwischen BetrachterIn und Kunstwerk brachte ihn zunächst zur Beschäftigung mit Performance-Kunst — Heute findet er diesen Moment in seiner Arbeit mit dem Raum wieder.

Den Raum und dessen Innenelemente sieht Lukas deswegen als lebendige Subjekte mit Äußerungsbedarf an. Durch das Aufbrechen der Konstante eines physischen Raums entsteht eine Performance der Objekte. Jenseits einer Irritation oder dem Spektakulären spiegeln diese manipulierten Nutzgegenstände ihre BenutzerInnen wieder. Unsere Umgebung besteht aus aussagekräftigem Material: Einerseits einem konkreten Zweck folgend, andererseits des Menschen Bedürfnisse repräsentativ darstellend.

Der Versuch den Raum oder Elemente des Raums von dieser Transposition zu befreien resultiert in einer Automonie der Objekte. Gleichzeitig steht dies als Geste im Zeichen einer Übertreibung von technoider Gesellschaft. Unsere künstliche Umwelt wird zur Protagonistin. So ist Lukas‘ Arbeit vielleicht eine Hyperbel eines vervollständigten oder gescheiterten Internets der Dinge; Das Smart Home als Haussegen oder als Poltergeist.

Mit solch einem archäologischen Blick auf die Gegenwart geht er kultur-übergreifende Projekten mit ausländischen KünstlerInnen an. In diversen Ausstellungen und Theaterstücken verstand er Kunst als neutrale Zone, die demokratische Resultate hervorbringen kann – als Schnittmenge konträrer Interessen, als Segment eines kosmopolitischen Ganzen. Besonders ein längerer Aufenthalt in Vietnam prägte Lukas in dieser Hinsicht sehr.

Daraus resultieren für ihn Fragen auch an den globalen Kunstmarkt: Welche Sprache spricht Kunst und wer versteht sie? Wie entschwindend ist sie im Zuge unserer hyperproduzierenden globalen Gesellschaft? Wie sehr ist sie eine Reaktion auf die Umstände in denen sie entsteht? Oder ist sie ignorant genug diese zu übergehen?

Einzelausstellungen

2017

Irrmitation / tanzfaktur, Köln, DE
Misunderstandings / workroomfour, Hanoi, VN

 

Ausgewählte Gruppenausstellungen

2018

ArtePrize 2018 / Delfina Foundation, London, ENG
Abwesenheit / Galerie Dechanatstraße, Bremen, DE
Exzess / Galerie K‘, Bremen, DE
European Media Arts Festival (EMAF) / Osnabrück, DE (folgt)
Behind Closed Doors / Kaunas Artist House, Kaunas, LT (folgt)

2017

Offspaces / Nhà Sàn Collective, Hanoi, VN

2016

Flatlands / GAK, Bremen, DE

2015

Zeitfenster / Altes Bankgebäude, Bremen, DE

2014

Klasse! / Art Docks, Bremen, DE

 

Performances 

2018

Elektraktion / Holzwerk, Bremen, DE

2017

A Group of People / IN:ACT Festival, Hanoi, VN

2016

Selfie / University of Fine Arts, Hanoi, VN
Per Zerbst / GAK, Bremen, DE

2015

Love is a Muscle / Theater Bremen, DE

2014

Wisdom Tease / Art Docks, Bremen, DE

2013

Antenndenzen / Schwankhalle, Bremen, DE
Where is the Light? / HfK Bremen, DE

2012

Warten auf den Regen / Various Plays in DE
In Verso / Galerie Flut, Bremen, DE

 

Preise & Nominierungen

2018

Nominiert für ArtePrize 2017/18 in der Delfina Foundation in London, GB

2016

1. Preis der Freien Kunst an der HfK Bremen für die Arbeit Mimikry

 

Ausgewählte Filmvorführungen

2017

Made in Vietnam / Cinema am Ostertor Bremen, DE
Camera Ignota / Schwankhalle Bremen, DE

2016

Docfest / Goethe Institut Hanoi, VN

2015

Enlight my Space / Kunsthalle Bremen, DE

Mitwirkung im Theater

2017

счастье / Laimė \ Glück / Kaunas, LT (von bodytalk & AURA)
Facebook-AGB – The Musical
/ Bremen, DE
Still Out There / by Kainkollektiv, Bremen, DE (von kainkollektiv)

2016

AtomHeartMother / Leipzig, DE (von bodytalk)
America’s Next President / Miami, FL (von Octavio Campos)

2015

Tanzsylvanien / Berlin, DE (von Sylvana Seddig)
Liliom / Bremen DE

2014

Angulus Durus / Bremen, DE
Broadcasting Eriwan / Bremen, DE

2013

Ossimisten Wessimisten / Torgau, DE (von bodytalk)

2012

Ich bin ein Antifant, Madame / Bremen, DE (von bodytalk)

 

Jurymitglied

2017

Juror des 25. Videokunstpreises, Filmbüro Bremen